Methode

Koreanisch alleine lernen von null: Hangeul in einer Woche, dann ein Plan bis zum TOPIK

Koreanisch im Selbststudium ab null: Hangeul in einer Woche, Ausspracheregeln, Partikeln und Höflichkeitsstufen, 1000 Wörter, Dramen, TOPIK.

Koreanisch kannst du alleine lernen, und der erste Schritt ist der leichteste: Hangeul, die koreanische Schrift, sitzt nach etwa einer Woche. Danach ist die Reihenfolge klar: die Regeln, nach denen ein Wort anders klingt, als es geschrieben steht, der höfliche Stil auf -아요/어요 und die Partikeln, die ersten 500 bis 1000 Wörter und jeden Tag Hören und Lesen auf deinem Niveau. Der ehrliche Teil der Antwort ist die Länge des Wegs: Für Deutschsprachige ist Koreanisch eine ferne Sprache. Plane in Monaten und miss in Niveaus, nicht in abgeschlossenen Apps.

Das Wichtigste

  • Zuerst Hangeul, und zwar gründlich: 24 Grundbuchstaben, die sich zu Silbenblöcken zusammensetzen. Lass die Umschrift fallen, sobald du lesen kannst.
  • Schwer ist nicht die Schrift, sondern die Laute (drei Reihen von Konsonanten), die Verbendungen und die Höflichkeitsstufen.
  • Fang mit einem einzigen Stil an, dem höflichen 해요, und benutze ihn mit allen, bis du die anderen kennst.
  • K-Dramen und K-Pop sind Treibstoff, kein Kurs: gut fürs Ohr, kein Vorbild dafür, wie man mit Fremden spricht.

Woche 1: Hangeul

Hangeul wurde unter König Sejong geschaffen und 1446 verkündet, mit dem ausdrücklichen Ziel, dass jeder es in wenigen Tagen lernen kann. Es hat 14 Grundkonsonanten und 10 Grundvokale, zusammen 24 Buchstaben, dazu 5 Doppelkonsonanten und 11 zusammengesetzte Vokale aus denselben Bausteinen. Die Buchstaben stehen nicht in einer Reihe, sondern werden pro Silbe zu einem Block gepackt: ㅎ + ㅏ + ㄴ ergibt 한 (han), und 한 + 국 ergibt 한국 (hanguk, Korea).

Eine realistische Woche: Tag 1 und 2 die zehn Vokale, Tag 3 und 4 die Konsonanten, Tag 5 der Aufbau der Blöcke, Tag 6 und 7 Doppelkonsonanten, zusammengesetzte Vokale und langsames Lesen echter Wörter. Die Hangeul-Tabelle zeigt jeden Buchstaben mit Strichfolge und Lesung. Die offizielle Umschrift ist für diese Tage eine Leiter, mehr nicht, und sie stellt deutschen Lesern Fallen: eu ist kein „eu“ wie in „heute“, sondern ein einziger Vokal, ein „u“ mit breit gezogenen Lippen (으); eo ist ein sehr offenes „o“ (어); j klingt wie „dsch“, ch wie „tsch“, und s ist immer stimmlos, nie wie in „Sonne“. Wie man sich eine neue Schrift einprägt, steht in ein neues Alphabet lernen.

Woche 2 bis 6: die Laute und die Regeln

Das Deutsche teilt Konsonanten in stimmhaft und stimmlos, das Koreanische in drei Reihen, und Stimmhaftigkeit spielt dabei keine Rolle. Die weichen (ㄱ ㄷ ㅂ ㅈ) haben einen leichten Hauch, die behauchten (ㅋ ㅌ ㅍ ㅊ) einen kräftigen, die gespannten (ㄲ ㄸ ㅃ ㅉ ㅆ) gar keinen, dafür eine angespannte Kehle. Sie unterscheiden Wörter: 불 (bul) ist Feuer, 풀 (pul) Gras und 뿔 (ppul) ein Horn; 달 (dal) der Mond, 탈 (tal) eine Maske und 딸 (ttal) eine Tochter. Das deutsche „p“, „t“, „k“ ist von Haus aus behaucht und passt gut zu den behauchten Lauten; neu sind die gespannten ohne jeden Hauch. Übe sie als Dreiergruppen mit Audio, wie Minimalpaare in jeder Sprache.

Dann kommen die Regeln, die Schrift und Aussprache verbinden. Ein Endkonsonant (받침, batchim) wird nie gelöst, es gibt nur sieben Endlaute: 옷 klingt wie ot, und 밥 (bap, Reis) endet mit geschlossenen Lippen, ohne den Hauch, den das Deutsche am Wortende gern anhängt. Ein Endkonsonant rutscht in den folgenden Vokal hinüber: 한국어 spricht man hangugeo. Manche Laute verändern sich neben anderen: 감사합니다, danke, klingt wie gamsahamnida, und 같이, zusammen, wie gachi. Die Namen der Regeln brauchst du nicht, nur viele Wörter, gehört und laut nachgesprochen.

Grammatik: Wortstellung, Partikeln und Höflichkeit

Das Verb steht am Ende. Im deutschen Nebensatz kennst du das schon, im Koreanischen gilt es für jeden Satz: 저는 커피를 마셔요 (jeoneun keopireul masyeoyo), wörtlich „ich-Thema Kaffee-Objekt trinke“. Zeit, Verneinung und Höflichkeit sammeln sich am Satzende.

Partikeln zeigen die Rolle jedes Worts, ähnlich wie deutsche Fälle, nur als eigene Anhängsel. Ihre Form hängt davon ab, ob das Wort auf Konsonant oder Vokal endet.

PartikelAufgabeBeispiel
은 / 는Thema: was angeht저는 (jeoneun), was mich angeht
이 / 가Subjekt, neue Information비가 와요 (biga wayo), es regnet
을 / 를direktes Objekt밥을 먹어요 (babeul meogeoyo), ich esse Reis
에wohin, wann, wo sich etwas befindet학교에 가요 (hakgyoe gayo), ich gehe zur Schule
에서wo etwas geschieht, von wo집에서 공부해요 (jibeseo gongbuhaeyo), ich lerne zu Hause
도auch저도요 (jeodoyo), ich auch

Höflichkeit steckt in der Verbendung, nicht im „Sie“. Fang mit dem Stil 해요 an (먹어요, 가요, 해요): richtig mit Fremden, Kollegen und Verkäufern. Der förmliche Stil 합니다 (먹습니다, 갑니다) ist der der Nachrichten, Durchsagen und Formeln wie 감사합니다. Die vertraute Rede, 반말 (banmal: 먹어, 가), gilt engen Freunden und Jüngeren, und erst, wenn sie es anbieten. Darüber liegt die Ehrenform -(으)시-, die die Person hebt, über die du sprichst: 할머니께서 주무세요, Großmutter schläft. Und 당신 ist kein höfliches „Sie“: Im Gespräch vermeidet man es und sagt den Namen mit 씨 (ssi), einen Titel wie 선생님 (seonsaengnim) oder gar nichts.

Die ersten 500 bis 1000 Wörter

Nimm dir 300 bis 500 Wörter für die ersten zwei Monate vor und etwa 1000 bis zum sechsten, zehn neue am Tag, jedes in einem kurzen Satz mit Audio. Warum Sätze besser sind als Listen, steht in die ersten 1000 Wörter. Drei Besonderheiten des koreanischen Wortschatzes:

  • Zwei Zahlenreihen. Die koreanischen Zahlen (하나, 둘, 셋: hana, dul, set) zählen Dinge, Stunden und Lebensjahre; die sinokoreanischen (일, 이, 삼: il, i, sam) Minuten, Daten, Geld und Telefonnummern. 3:20 Uhr heißt 세 시 이십 분 (se si isip bun): koreanische Stunden, sinokoreanische Minuten in einem Ausdruck.
  • Chinesische Wurzeln. Ein großer Teil des Wortschatzes stammt aus chinesischen Schriftzeichen, und die Wurzeln kehren wieder: 학 (hak, Studium) steckt in 학생 (Student), 학교 (Schule) und 대학 (Universität).
  • Lehnwörter aus dem Englischen, in Hangeul geschrieben und koreanisch ausgesprochen: 커피 (keopi), 컴퓨터 (keompyuteo), 핸드폰 (haendeupon, Handy). Geschenkte Wörter, sobald du lesen kannst.

Im Bildwörterbuch zeigt das Thema Alltagsausdrücke dieselben Wörter auf Koreanisch und in neun weiteren Sprachen.

K-Dramen und K-Pop, mit Plan

Viele kommen über ein Drama oder eine Band zum Koreanischen, und das ist ein guter Grund. Nutze sie mit Plan: eine Serie, eine Folge für die Handlung, dann eine Fünf-Minuten-Szene mit koreanischen Untertiteln, anhalten bei den Sätzen, die du verstehst, und sie laut nachsprechen. Zwei Warnungen. Die Figuren reden fast immer in 반말 miteinander, und mit einem Fremden klingt das unhöflich; historische Dramen benutzen eine Sprache, die heute niemand spricht. Und Songtexte sind Bruchstücke mit viel Englisch dazwischen: gut fürs Ohr und für die Motivation, schlecht als Grammatikquelle. Mehr zur Methode in Sprachen lernen mit Filmen und Serien.

Ein Plan nach Wochen und Monaten

WannWas du lernstWas du dann kannst
Woche 1Hangeul: alle Buchstaben und Blöckejedes Wort laut lesen, langsam
Woche 2 bis 6Ausspracheregeln, Begrüßungen, 이에요/예요, 있어요/없어요, Zahlendich vorstellen, nach einem Preis fragen
Monat 2 und 3해요-Stil in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, Partikeln, 300 bis 500 Wörterdeinen Tag beschreiben
Monat 4 bis 6Sätze verbinden (-고, -지만, -아서), können und müssen, 800 bis 1000 Wörterlangsamen Dialogen folgen, TOPIK I anpeilen
Monat 7 bis 12Sprachstufen, Ehrenformen, unregelmäßige Verben, Relativsätzeüber Pläne und Vergangenes sprechen, Stufe 3 im TOPIK II anpeilen

Bei 45 bis 60 Minuten am Tag sind das realistische Ziele, keine Versprechen. Wovon die Gesamtdauer abhängt, steht in wie lange dauert es, eine Sprache zu lernen.

Der TOPIK in Kürze

Der TOPIK ist die offizielle Koreanischprüfung, ausgerichtet vom koreanischen Nationalen Institut für internationale Bildung. TOPIK I (Hören und Lesen, maximal 200 Punkte) ergibt Stufe 1 oder 2; TOPIK II (Hören, Schreiben und Lesen, maximal 300) die Stufen 3 bis 6. Anders als beim japanischen JLPT ist die höhere Zahl die höhere Stufe: 6 ist das Ende der Leiter. Das Ergebnis gilt zwei Jahre, und koreanische Universitäten verlangen für die Zulassung meist Stufe 3 oder 4, je nach Hochschule. Wie er sich zu anderen Prüfungen verhält, steht in Sprachzertifikate.

Woran Deutschsprachige hängen bleiben

  • Monatelang Umschrift lesen. Sie versteckt die Vokale und die drei Konsonantenreihen und lässt eu wie in „heute“ klingen.
  • Das stimmhafte „s“. 사랑 (sarang, Liebe) beginnt mit scharfem „s“, nie mit dem summenden aus „Sonne“.
  • Der Hauch am Wortende. 밥 endet mit geschlossenen Lippen, ohne hörbares „p“.
  • Das Zäpfchen-„r“. ㄹ zwischen Vokalen ist ein kurzer Zungenschlag, am Silbenende ein „l“.
  • Ein koreanisches „Sie“ suchen. Höflichkeit steckt im Verb, das „Sie“ fällt weg.
  • Den Ton der Dramen übernehmen. Erst 해요, 반말 erst, wenn es angeboten wird.

In LinguaPair

Der Koreanischkurs reicht von A0 bis C2, und A0 und A1 sind kostenlos. A0 bringt die Hangeul-Buchstaben mit Strichfolge und Audio und den Aufbau der Blöcke; A1 behandelt Batchim und Ausspracheregeln, Begrüßungen, 이에요/예요, 있어요/없어요, Zahlen und den 해요-Stil; die Sprachstufen und die Ehrenform -(으)시- haben auf A2 eine eigene Einheit. Erklärungen und Wortbedeutungen kommen auf Deutsch, nur der Lernstoff ist Koreanisch. Wenn du schon etwas Koreanisch kannst, setzt dich der kostenlose Einstufungstest auf die passende Lektion. Wörter aus Lektionen, Lesetexten und Filmen landen in einem einzigen Trainer mit verteilter Wiederholung, jedes mit Beispiel und Audio. Und wenn dein Partner oder deine Partnerin Koreanisch spricht, trägt der Live-Übersetzer eure Gespräche, während du lernst; wie das am Familientisch aussieht, steht in die koreanischen Eltern des Partners kennenlernen. Steht auch Japanisch auf deiner Liste, lies Japanisch alleine lernen.