Die Eltern des Partners in einer englischsprachigen Familie kennenzulernen ist meist unkomplizierter als gedacht: ein Abendessen zu Hause, ein Barbecue im Garten oder ein Sonntagsbraten, ganz ohne feierliches Programm. Amerikanische, britische und australische Eltern sind meist von der ersten Minute an freundlich, gehen schnell zu Vornamen über und lächeln viel. Die Schwierigkeit liegt woanders: in der Leichtigkeit, hinter der Regeln stecken. Small Talk, unzählige please und thank you, weiche Bitten statt klarer Ansagen und das Angebot zu helfen sind dort gute Erziehung, und genau hier kann deutsche Direktheit schroff klingen.
Hier sind dreißig Sätze mit einer Aussprachehilfe für Deutschsprachige, die Etikette, die englischsprachige Familien voraussetzen, die Unterschiede zwischen den USA, Großbritannien und Australien, die häufigsten Fehler und ein Zwei-Wochen-Plan.
Das Wichtigste
- Fang mit Mr und Mrs und dem Nachnamen an oder frag What should I call you?, aber rechne mit Please, call me Linda in den ersten Minuten. Ein Sie gibt es nicht: Höflichkeit steckt im Ton und in could, would und please.
- How are you? ist ein Gruß, keine Frage nach deinem Befinden. Die Antwort lautet Good, thanks, and you?, mit einem Lächeln.
- Biete Hilfe an. Can I give you a hand? in der Küche und nach dem Essen gehört zu den am meisten geschätzten Sätzen des Abends.
Vor dem Besuch
- Frag deinen Partner, wie die Familie tickt. Eine Familie aus Texas, eine aus London und eine aus Melbourne sind drei verschiedene Abende. Frag nach der Anrede, der Essenszeit und Themen, die man besser meidet.
- Bring eine Kleinigkeit mit. Eine Flasche Wein, Blumen, gute Schokolade oder etwas aus Deutschland. Die Zahl der Blumen spielt keine Rolle, und sie werden meist eingepackt überreicht. In Australien heißt es oft bring a plate: Gemeint ist ein Gericht für das gemeinsame Buffet, kein leerer Teller.
- Kläre das Essen vorher. Vegetarisch, Allergien oder kein Alkohol: Das sagt man vorher, und niemand nimmt es übel.
- Frag nach den Schuhen. In vielen Häusern in den USA und Großbritannien behält man sie an, in Kanada und Australien zieht man sie öfter aus. Schau, was die Gastgeber machen.
- Pünktlich, aber nicht überpünktlich. Fünf bis zehn Minuten später sind bei einer Einladung nach Hause völlig normal, in Großbritannien sogar höflich. Zu früh dagegen nicht.
Die 30 Sätze
Die Umschrift ist deutsch geschrieben und nur eine Annäherung; die betonte Silbe steht bei längeren Wörtern in Großbuchstaben. „Th“ ist das gelispelte englische th, stimmlos wie in thank, „dh“ das stimmhafte wie in this: Zungenspitze an die oberen Zähne. Das w ist kein deutsches w, sondern ein kurzes u, mit runden Lippen. „ß“ steht für ein scharfes s. Die größte Falle für Deutsche: die Auslautverhärtung. Bad endet weich auf d, sonst klingt es wie bat. Amerikaner sprechen das r am Wortende deutlich, Briten nicht; die Umschrift liegt näher am britischen Englisch. ○○ steht für einen Namen oder ein Wort zum Einsetzen.
Begrüßung und erste Worte
| Englisch | Aussprache | Bedeutung |
|---|---|---|
| Hi, it's so nice to meet you. | hai, its ßou naiß tu miet ju | Hallo, schön, Sie kennenzulernen. |
| I'm ○○. | aim ○○ | Ich bin ○○. |
| Thank you so much for having me. | thänk ju ßou matsch for HÄ-wing mi | Vielen Dank für die Einladung. |
| ○○ has told me so much about you. | ○○ häs tould mi ßou matsch e-BAUT ju | ○○ hat mir so viel von Ihnen erzählt. |
| What should I call you? | wott schud ai koll ju? | Wie darf ich Sie nennen? |
| You have a lovely home. | ju häw e LAW-li houm | Sie haben ein wunderschönes Zuhause. |
Höflichkeit und Bitten
| Englisch | Aussprache | Bedeutung |
|---|---|---|
| I brought you a little something. | ai broot ju e LITT-l ßAM-thing | Ich habe Ihnen eine Kleinigkeit mitgebracht. |
| I'm still learning English, so please bear with me. | aim ßtill LÖÖR-ning ING-lisch, ßou pliis bär widh mi | Ich lerne noch Englisch, haben Sie bitte Geduld mit mir. |
| Sorry, could you say that again? | SO-ri, kud ju ßei dhät e-GEN? | Entschuldigung, könnten Sie das wiederholen? |
| Could you speak a bit more slowly? | kud ju ßpiik e bit moor ßLOU-li? | Könnten Sie etwas langsamer sprechen? |
| What does ○○ mean? | wott das ○○ miin? | Was bedeutet ○○? |
| Can I give you a hand with anything? | kän ai giw ju e händ widh EN-i-thing? | Kann ich Ihnen irgendwie helfen? |
Am Tisch
| Englisch | Aussprache | Bedeutung |
|---|---|---|
| This looks amazing. | dhis luks e-MEI-sing | Das sieht großartig aus. |
| This is delicious. Did you make it yourself? | dhis is di-LI-schäs. did ju meik it jor-SELF? | Das ist köstlich. Haben Sie das selbst gemacht? |
| Could I have the recipe? | kud ai häw dhe RE-ße-pi? | Bekomme ich das Rezept? |
| Could you pass the ○○, please? | kud ju pääß dhe ○○, pliis? | Würden Sie mir bitte ○○ reichen? |
| I'd love some more, thanks. | aid law ßam moor, thänks | Sehr gern noch etwas, danke. |
| I'm full, but it was wonderful. | aim full, bat it wos WAN-der-full | Ich bin satt, aber es war wunderbar. |
| Cheers! | tschiers! | Prost! In Großbritannien und Australien auch „danke“. |
| Let me help with the dishes. | let mi help widh dhe DI-schis | Ich helfe beim Abwasch. |
Small Talk
| Englisch | Aussprache | Bedeutung |
|---|---|---|
| I'm from ○○. | aim from ○○ | Ich komme aus ○○. |
| I work in ○○. | ai wöörk in ○○ | Ich arbeite im Bereich ○○. |
| How long have you lived here? | hau long häw ju liwd hier? | Wie lange wohnen Sie schon hier? |
| We met in ○○. | wi met in ○○ | Wir haben uns in ○○ kennengelernt. |
| ○○ means a lot to me. | ○○ miins e lott tu mi | ○○ bedeutet mir sehr viel. |
Dank und Abschied
| Englisch | Aussprache | Bedeutung |
|---|---|---|
| Thank you for a lovely evening. | thänk ju for e LAW-li IIW-ning | Danke für den schönen Abend. |
| We should probably get going. | wi schud PROB-eb-li get GOU-ing | Wir sollten langsam los. |
| It was really nice to meet you both. | it wos RIE-li naiß tu miet ju bouth | Es war sehr schön, Sie beide kennenzulernen. |
| I hope we see each other again soon. | ai houp wi ßii iitsch A-dher e-GEN ßuun | Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder. |
| Take care, bye! | teik kär, bai! | Machen Sie es gut, tschüss! |
Die Etikette, die englischsprachige Familien voraussetzen
- Lächeln und Small Talk. Wetter, Anreise, Arbeit, Reisen, Sport, Haustiere. Pausen im Gespräch sind unangenehm, also stell Gegenfragen: And how about you?
- Please und thank you, immer. Auch fürs Salz. Ein direktes „Gib mir mal das Salz“ klingt auf Englisch grob; es heißt Could you pass the salt, please?
- Weich formulieren. Nicht „Das stimmt nicht“, sondern I'm not sure that's quite right. Was in Deutschland ehrlich und effizient wirkt, wirkt dort oft unhöflich.
- Hilfe anbieten, und zwar mehrmals. Die britische Gastgeberin sagt Oh, don't worry, sit down, merkt sich das Angebot aber trotzdem. Die amerikanische nimmt es vielleicht an: Dann trag die Teller in die Küche.
- Komplimente großzügig. Lob fürs Essen, fürs Haus, für den Garten. Was dir übertrieben vorkommt, ist dort normal.
- Trinksprüche sind kurz. Meist ein Cheers!, manchmal ein, zwei Sätze aufs Kennenlernen. Ins Auge schauen beim Anstoßen ist nett, aber kein Gesetz.
- Themen, die man meidet. Politik, Religion, Geld, Gehalt, Alter und Gewicht, vor allem beim ersten Treffen.
USA, Großbritannien und Australien
In den USA ist alles lauter und wärmer: Umarmungen zur Begrüßung sind nicht selten, Komplimente großzügig, gegessen wird früh, oft um sechs, und awesome und amazing heißen einfach „gut“. In Großbritannien herrschen Zurückhaltung und Ironie: Not bad kann „großartig“ heißen, quite good eher „geht so“, und die Selbstironie der Gastgeber ist keine Einladung zur Kritik. Tee wird ständig angeboten, und Would you like a cup of tea? heißt auch „fühl dich wie zu Hause“. Das Abendessen heißt je nach Region dinner, tea oder supper. In Australien ist alles von Anfang an locker: nur Vornamen, Barbecue, no worries statt „gern geschehen“ und bring a plate. Kanada, Irland und Neuseeland liegen irgendwo dazwischen; frag deinen Partner.
Häufige Fehler
- Zu direkt sein. Give me und I want klingen fordernd. Sag Could I have und I'd like.
- Auf How are you? ausführlich antworten. Kurz Good, thanks, dann die Gegenfrage.
- Falsche Freunde. Become heißt „werden“, nicht „bekommen“: I become a steak sorgt für Gelächter. Ein Handy ist auf Englisch ein phone, und gift ist ein Geschenk, kein Gift.
- Kritik am Essen, auch ehrlich gemeint. „Etwas salzig“ behält man für sich.
- Pünktlicher als die Gastgeber sein. Fünf Minuten vor der Zeit klingeln setzt Gastgeber unter Druck.
- An einem Werktag bis Mitternacht bleiben. Eine, anderthalb Stunden nach dem Dessert aufzubrechen ist normal.
Zwei-Wochen-Plan
- Tag 1–3: die Tür. Hi, it's so nice to meet you, I'm ○○, Thank you so much for having me, mit Lächeln und Händedruck.
- Tag 4–6: der Tisch. This is delicious, Could you pass the ○○, please? und I'm full, but it was wonderful bei echten Mahlzeiten; arbeite am th und am w.
- Tag 7–9: Small Talk. Kurze Antworten zu Beruf, Familie, deinem Land und eurem Kennenlernen vorbereiten, dazu drei Gegenfragen. Dein Partner spielt die Eltern.
- Tag 10–12: der ganze Abend. Vom Klingeln bis We should probably get going, mit dem Hilfsangebot in der Küche.
- Tag 13–14: Feinschliff. Pro Satz einen Laut verbessern, meist th, w und die weichen Endungen, und die zehn Sätze wählen, die du sicher sagen wirst.
Wie LinguaPair bei der Vorbereitung hilft
LinguaPair ist für zweisprachige Paare gemacht, die die Sprache des anderen lernen. Du lädst deinen Partner ein, und eure beiden Konten werden ein Paar: Du folgst deinem eigenen Englischkurs in kurzen Lektionen, die Stufen A0 und A1 sind kostenlos, und ihr seht gegenseitig Niveau und Serie. Spiele gegeneinander, Übersetzungsduelle und Wortrennen, werden aus euren Wörtern gebaut und machen aus den Sätzen oben einen Wettkampf. Und am Abend selbst läuft der Live-Übersetzer auf einem einzigen Handy am Tisch: Jeder spricht seine eigene Sprache, und jeder Satz wird sofort übersetzt, sodass du beim Small Talk mithältst, statt im schnellen Englisch unterzugehen. Die Wörter aus diesen Gesprächen landen in deinem Vokabeltrainer, für den nächsten Besuch. Spiele und unbegrenzte Übersetzung gehören zu Premium, und ein Abo gilt für euch beide.
Einen Plan für den Einstieg findest du in Englisch lernen als Erwachsener. Vergleich denselben Besuch anderswo: französische Eltern, italienische, spanischsprachige, brasilianische, russische, koreanische, japanische und vietnamesische. Lernt dein ausländischer Partner dagegen deine Eltern kennen, lies, welche deutschen Sätze du ihm beibringst. Steht eine Hochzeit an, geht es weiter mit Hochzeitssätzen in der Sprache des Partners.
