Wenn dein ausländischer Partner zum ersten Mal deine Eltern trifft, hast du die meiste Arbeit. Dein Partner ist nervös, deine Eltern sind neugierig und sprechen schneller, als ihnen bewusst ist, und dazwischen sitzt du: Dolmetscher, Kulturvermittler und Stimmungsbarometer in einer Person. Die gute Nachricht: Sechs oder sieben deutsche Sätze aus dem Mund deines Partners verändern den ganzen Nachmittag. An den Akzent erinnert sich später niemand. Daran, dass er es versucht hat, schon.
Hier sind dreißig Sätze zum Beibringen, wie du deine Eltern und deinen Partner vorbereitest, was du am Tag selbst übersetzt und wie, und ein Zwei-Wochen-Plan für euch beide.
Das Wichtigste
- Zehn gut gesagte Sätze sind mehr wert als dreißig halb gelernte. Sucht gemeinsam die aus, die zu deiner Familie passen.
- Auch deine Eltern brauchen Vorbereitung: langsam sprechen, einer nach dem anderen, kein Dialekt und keine Ironie, die ein Fremder nicht einordnen kann.
- Du übersetzt nicht nur Wörter, sondern Absichten. Die deutsche Direktheit braucht dabei oft eine kleine Fußnote.
30 Sätze zum Beibringen
Wer Deutsch lernt, fängt meist mit du und Hallo an, so wie es Apps und Kurse heute tun. Bei deinen Eltern braucht es zumindest am ersten Tag Sie, Frau und Herr mit dem Nachnamen und die vollen Grußformeln, und das übt man am besten gesondert. Erkläre zu jedem Satz auch, wann er passt: So bleibt er viel schneller hängen. ○○ steht für einen Namen oder ein Wort zum Einsetzen.
Begrüßung
| Satz | Wann | Wie beibringen |
|---|---|---|
| Guten Tag, Frau ○○! Guten Tag, Herr ○○! | An der Tür | Mit Nachnamen und Handschlag, abends Guten Abend |
| Freut mich sehr, Sie kennenzulernen. | Bei der Vorstellung | Mit Blick in die Augen, nicht zu Boden |
| Ich bin ○○. | Gleich danach | Kurz und immer richtig |
| Vielen Dank für die Einladung. | Beim Hereinkommen | Der Satz, den Eltern am meisten schätzen |
| ○○ hat mir schon viel von Ihnen erzählt. | Wenn es um dich geht | Bringt jeden zum Lächeln |
| Schön, dass wir uns endlich kennenlernen. | Nach dem Händeschütteln | Klingt warm, ohne aufdringlich zu sein |
Höflichkeit und Bitten
| Satz | Wann | Wie beibringen |
|---|---|---|
| Das ist eine Kleinigkeit für Sie. | Beim Überreichen des Geschenks | Blumen vorher auspacken, das gefällt Älteren |
| Soll ich die Schuhe ausziehen? | Im Flur | Zeigt Aufmerksamkeit, auch wenn die Antwort nein ist |
| Ich lerne noch Deutsch. | Wenn das Gespräch schneller wird | Früh gesagt, bremst es alle ein wenig |
| Könnten Sie bitte etwas langsamer sprechen? | Wenn er nicht mitkommt | Mit Sie und bitte, nie mit du |
| Entschuldigung, wie bitte? | Wenn ein Satz verloren geht | Besser fragen als freundlich nicken |
| Wie sagt man das auf Deutsch? | Beim Zeigen auf ein Gericht oder ein Ding | Deine Eltern werden zu Lehrern, das lockert alles |
Kaffee, Kuchen und Abendessen
| Satz | Wann | Wie beibringen |
|---|---|---|
| Der Kuchen sieht toll aus! | Wenn der Kuchen auf den Tisch kommt | Ein Lob noch vor dem ersten Bissen |
| Haben Sie ihn selbst gebacken? | An die Person, die gebacken hat | Öffnet die Geschichte vom Familienrezept |
| Guten Appetit! | Bevor alle anfangen | Erst sagen oder warten, bis es jemand sagt |
| Prost! Zum Wohl! | Beim Anstoßen | Jedem in die Augen sehen, das musst du erklären |
| Das schmeckt wirklich sehr gut. | Nach den ersten Bissen | Noch besser mit einem Detail: der Streusel, die Soße |
| Ja, gern noch ein Stück. | Wenn nachgeboten wird | Gleich beim ersten Angebot annehmen, ein zweites kommt oft nicht |
| Danke, ich bin satt. Es war köstlich. | Wenn er nicht mehr kann | Auf keinen Fall ich bin voll |
| Kann ich beim Abräumen helfen? | Nach dem Essen | Selbst wenn abgelehnt wird, zählt das Angebot |
Gespräch
| Satz | Wann | Wie beibringen |
|---|---|---|
| Sie haben es sehr schön hier. | Im Wohnzimmer | Ein Lob für die Wohnung kommt immer an |
| Ich komme aus ○○. | Bei der Frage nach der Herkunft | Die Stadt gibt mehr Gesprächsstoff als das Land |
| Ich arbeite als ○○. | Bei der Frage nach dem Beruf | Sucht gemeinsam das richtige Wort, ohne Artikel |
| Wir haben uns in ○○ kennengelernt. | Bei der Frage, wie ihr euch getroffen habt | Übt die kurze Fassung zusammen |
| ○○ bedeutet mir sehr viel. | Wenn es um euch geht | Kurzer Satz, große Wirkung |
Dank und Abschied
| Satz | Wann | Wie beibringen |
|---|---|---|
| Vielen Dank für alles. | Vor dem Aufstehen | Passt auch für den Kuchen, den man ihm einpackt |
| Es war ein sehr schöner Abend. | Schon im Stehen | Rundet den ersten Besuch ab |
| Wir müssen uns langsam auf den Weg machen. | Um den Aufbruch einzuleiten | Zeigt, dass er die Formeln kennt |
| Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder. | An der Tür | Mit Sie für beide |
| Auf Wiedersehen und nochmals danke! | Beim Gehen | Und noch ein Händedruck für jeden |
Was du deinen Eltern vorher sagst
- Wie gut sein Deutsch wirklich ist. „Er spricht ein bisschen“ und „er kann ein Gespräch führen“ sind zwei verschiedene Dinge. Richtige Erwartungen ersparen allen Enttäuschungen.
- Langsam und einer nach dem anderen. Am Familientisch wird durcheinander geredet, und für jemanden, der lernt, ist das Rauschen. Bitte zumindest in der ersten Stunde um ein ruhigeres Gespräch, ohne Dialekt. Wer sonst Schwäbisch, Sächsisch oder Platt spricht, darf heute Hochdeutsch reden.
- Ironie und trockener Humor. „Na, das wurde aber auch Zeit“ ist bei uns herzlich gemeint, klingt aber ohne Zusammenhang wie ein Vorwurf. Warne deine Eltern vor, und deinen Partner auch.
- Zweimal anbieten. In vielen Ländern lehnt man das erste Angebot aus Höflichkeit ab und wartet auf das zweite oder dritte, etwa in China, Vietnam, Korea, dem Iran oder der arabischen Welt. Bitte deine Eltern, ruhig noch einmal nachzufragen, wenn er ablehnt.
- Das Du früh anbieten. Ein Ausländer kann kaum einschätzen, wann der Wechsel angebracht ist, und fühlt sich mit Sie oft steif. Wenn deine Eltern es ohnehin vorhaben, dann lieber bald.
- Die Standardfragen. „Und wann wird geheiratet?“ ist für die Familie ein Scherz und für den Neuen Druck. Auch Fragen zur Politik seines Landes besser für später aufheben.
Was du deinem Partner erklärst
- Sie und du. Bei deinen Eltern Sie mit Frau und Herr und dem Nachnamen, bis sie das Du anbieten; wenn es passiert, ist das eine kleine Ehre und gilt dann für immer.
- Pünktlichkeit. Fünf Minuten zu spät ist zu spät, und fünfzehn Minuten zu früh ist auch nicht ideal. Für jemanden aus Brasilien, Spanien oder Italien ist das oft die größte Umstellung.
- Händedruck und Blickkontakt. Fest, kurz, mit Blick in die Augen. Für jemanden aus Japan, Korea oder Vietnam, wo man Älteren eher nicht direkt in die Augen sieht, muss das bewusst geübt werden.
- Nein heißt nein. Deine Eltern werden einmal anbieten, vielleicht zweimal. Wer aus Bescheidenheit ablehnt, bekommt nichts mehr.
- Kaffee und Kuchen, Abendbrot. Der Kuchen am Nachmittag ist eine richtige Mahlzeit, und abends gibt es oft nur Brot, Käse und Aufschnitt. Das ist keine Sparsamkeit, sondern Tradition.
- Direktheit. Wenn dein Vater sagt „Das sehe ich anders“, ist das kein Streit, sondern Interesse.
Am Tag selbst: was du übersetzt und wie
Versuch nicht, alles zu übersetzen, sonst bist du den ganzen Nachmittag nur Dolmetscher. Vorrang haben die Fragen, die an ihn gerichtet sind, und die Momente mit Gefühl; den Rest kannst du zusammenfassen.
- Direktheit mit Polster. „Das Essen bei euch ist ja sehr scharf, oder?“ ist eine neugierige Frage, keine Kritik. Sag das dazu.
- Ironie mit Zusammenhang. „Du bist also der, der uns unsere Tochter klaut“ braucht ein „er macht Spaß“ daneben.
- Bescheidenheit als Bescheidenheit. Wenn dein Partner sagt, sein Deutsch sei „sehr schlecht“, übersetze ruhig, dass er sich viel Mühe gibt.
- Die Regel. Deinen Eltern übersetzt du, was dein Partner meint; deinem Partner, was deine Eltern meinen.
- Auch du bist im Gespräch. Wenn er allein antworten kann, warte und lass ihn machen.
Zwei Wochen Training zu zweit
- Tag 1–3: die Tür. Du spielst deine Eltern: Er begrüßt, gibt die Hand mit Blickkontakt und stellt sich vor, dreimal am Tag.
- Tag 4–6: der Tisch. Bei jedem Essen Das sieht toll aus, Das schmeckt wirklich sehr gut und Ich bin satt.
- Tag 7–9: die Fragen. Stell ihm die Fragen, die deine Eltern sicher stellen werden, mit Sie, und er antwortet kurz.
- Tag 10–12: die Generalprobe. Vom Klingeln bis Wir müssen uns langsam auf den Weg machen, mit dem Moment, in dem das Du angeboten wird.
- Tag 13–14: der Feinschliff. Pro Satz ein einziger Laut, oft ü, ö oder ch, und gemeinsam die zehn Sätze auswählen, die er sagen wird.
Wie LinguaPair euch beiden hilft
LinguaPair ist für Paare wie euch gemacht, die die Sprache des anderen lernen. Du lädst deinen Partner ein, und eure beiden Konten werden ein Paar: Er lernt Deutsch und du seine Sprache, jeder in kurzen Lektionen, die Stufen A0 und A1 sind kostenlos, und ihr seht gegenseitig Niveau und Serie. Spiele gegeneinander, Übersetzungsduelle und Wortrennen, werden aus euren Wörtern gebaut, also könnt ihr euch genau mit den Sätzen oben messen. Und am Tag selbst läuft der Live-Übersetzer auf einem einzigen Handy am Tisch: Deine Eltern und dein Partner sprechen jeder ihre eigene Sprache, und jeder Satz wird sofort übersetzt, sodass du für eine Weile aus der Dolmetscherrolle herauskommst und den Kuchen genießen kannst. Die Wörter aus diesen Gesprächen landen im Vokabeltrainer, Stoff für den nächsten Besuch. Spiele und unbegrenzte Übersetzung gehören zu Premium, und ein Abo gilt für euch beide.
Wenn du selbst seine Familie kennenlernst, lies, wie es mit französischen Eltern, spanischsprachigen, italienischen, brasilianischen, koreanischen oder japanischen geht. Steht eine Hochzeit an, geht es weiter mit Hochzeitssätzen in der Sprache des Partners, und für die ersten Worte der Liebe mit „Ich liebe dich“ in 10 Sprachen.
Für eine russische oder englischsprachige Familie gibt es 30 Sätze für russische Eltern und 30 Sätze für englischsprachige Eltern.
